Vereinshistorie der Siedlergemeinschaft 1936 Grünstadt e.V.
Einst mit geeinten Kräften eigene Existenzen aufgebaut - Zum geselligen und bedeutenden Kulturträger im Leiningerland entwickelt
1936 schlossen sich einige Neu-Siedler aus dem Süden Grünstadts, dem sogenannten „Musikantenviertel“, und der Schlachthofstraße zusammen, um gemeinsam, in einer großen Familie, an bevorstehende Aufgaben heranzugehen. Sie begannen, im südlichen Stadtteil ihre Häuser aufzubauen. Aus einem früheren Artikel in der RHEINPFALZ: „Einer half dem andern, weil einer allein es gar nicht schaffte, eines Tages eigener Hausbesitzer zu sein. Sie standen zusammen und gründeten ihre Siedlergemeinschaft. Und als sie dann glaubten, ihr Heim schmücken zu können, kam die furchtbare Wandlung: Der Krieg brach aus. Die Männer rückten ein. Die Frauen waren auf sich allein angewiesen. Die Kinder wuchsen auf im Angesicht eines Splittergrabens, dem eine Grünanlage weichen musste. Die Siedlergemeinschaft war gesprengt. Und es bedurfte Jahre, bis sie sich nach dem verlorenen Krieg, da die Menschen auseinanderstrebten, wieder zusammen fanden. Langsam, ganz langsam, ging es wieder aufwärts. Dem ersten Vorsitzenden Gebhard Meier waren Fritz Meyer, Heinrich Kurkowski und Willi Gehrmann gefolgt. Im Februar 1956 fiel die Wahl auf Kurt Kranz.“
Die bisherigen Vorsitzenden
Gebhard Meier (1936 bis 1939)
Fritz Meyer (1946 bis 1951, eingesetzt von amerikanischer Militärregierung)
Heinrich Kurkowski (1952)
Willi Gehrmann (1953 bis 1955)
Kurt Kranz (1956 bis 1980)
Richard Born (1981 bis 1983)
Ludwig Dauth (1984 bis 1990)
Kurt Kranz (1991 bis 2000)
Gerhard Laubersheimer (2001 bis auf weiteres)
„Von Haus zu Hause gegangen“
Kranz, der bis 2001 den Verein mit mehrjähriger Unterbrechung als Erster Vorsitzender führte, hatte es sich Mitte der 50er lange überlegt, wie er diese „Familie“, durch die Kriegswirren aus den Bahnen gebracht, wieder „zusammenschweißen“ kann. Die RHEINPFALZ damals weiter: „Und er ist dann von Haus zu Haus gegangen, hat mit den Siedlern gesprochen, um Stimmung und Meinung zu hören, aber auch seine Ideen vorzutragen. In Karl Friedrich Gehrmann fand er dann einen Gleichgesinnten, und beide gingen gemeinsam ans Werk. Zum ersten Mal versammelten sie im ‚Ratskeller’ die Siedlergemeinschaft zu einem frohen Unterhaltungsabend.“
Kaum Dokumente vorhanden
In den Archiven sind kaum Dokumente aus dem eigentlichen Gründungsjahr 1936 und den Jahren davor vorhanden - nicht zuletzt, weil im Zweiten Weltkrieg Vereine verboten waren und die Siedlergemeinschaft erst Mitte der 50er „wiedererwachte“. Trotzdem fand der Chronist in der damaligen Tageszeitung „NSZ-Rheinfront“ einige Artikel aus dem Gründungsjahr.
28. März 1936: „Schaffende Hände am Werk – genannt sind die Geister des Zerfalls. Besuch in den Grünstadter Siedlungen – Eigenes Heim auf eigener Scholle. Vorbei am Hause der Volksgemeinschaft kommen wir durch die Richthofenstraße (heutiger Kreuzerweg. Der Verf.) vor die Stadt auf ein weites fruchtbares Gelände. (…) Wir haben einen herrlichen Rundblick über die stetig wechselnde Landschaft. Links rauchen (...) die riesigen Schornsteine der Fliesen-Chamottewerke. Noch ohne Leben liegt der lang gestreckte Backsteinbau der Hansa-Konservenfabrik. (...) Rechts winken die romantischen Ruinen von Battenberg und Neuleiningen. Dunkel stehen im Hintergrund die Wälder. Umgeben von diesen herrlichsten Schönheiten Pfälzer Landes liegt die neue, zweite Siedlung der Stadt Grünstadt. (…) Keine Mietkasernen mehr, zweckmäßige Siedlungen in gesunder Umgebung wachsen überall aus dem Boden. Allerdings können nicht sofort alle Wünsche derjenigen, die eine Siedlung beziehen wollen, erfüllt werden. Nachdem im letzten Jahr die Siedlungen am Schlachthause bezogen worden waren, wurden sofort die Vorbereitungen für die Anlage einer größeren Siedlung getroffen. Noch während des Winters wurde mit dem Erdaushub begonnen. (...) Rasch wachsen die Mauern und heute stehen die zwanzig Siedlungen fast vollkommen im Rohbau fertig. (…) An der nächsten Siedlung sind die Mauern noch nicht vollkommen errichtet. (…)“
Vieh, Pflanzen und Dünger
15. September 1936: „Neue Siedlungen. Um den Bestrebungen weiter Kreise nach neuen Siedlungen Rechnung zu tragen, arbeitete die Stadtverwaltung lange an der Planung für eine weitere Siedlung. Kurz nach Errichtung des zweiten Siedlungsblocks in der Richthofenstraße, der aus 20 Häusern besteht, wurde der Bau von 16 weiteren Eigenheimen genehmigt. Nachdem die Vorarbeiten erledigt sind, kann schon in den nächsten Tagen mit der Arbeit begonnen werden. Dieser dritte Siedlungsblock schließt sich westlich an die zweite Siedlung in Richtung Sausenheimer Straße an und hat als südliche Grenze die Reichsautobahn, mit deren Bau ebenfalls im Herbste begonnen wird.“
24. September 1936: „Zusammenkunft der Siedler. Nachdem die Errichtung der sechzehn neuen Siedlungsbauten zwischen Sausenheimer- und Richthofenstraße genehmigt war, wurden die neuen Siedler im Sitzungssaale des Rathauses zusammengerufen. Dabei wurden die Bedingungen nochmals bekannt gegeben. (…) Die Siedler müssen sich daran beteiligen oder einen Ersatzmann stellen. Bei günstiger Witterung erwartet man die Fertigstellung bis Jahresende. (….) Nach Fertigstellung erhalten die Siedler Vieh, Obstbäume, Düngemittel, Futter für Federvieh und dergleichen, um ihnen den Anfang so leicht wie möglich zu machen.“
Einige Ausschnitte dieser Zeitungsartikel genügen bereits, um die Situation, mit der sich die Siedler im Gründungsjahr 1936 auseinandersetzen mussten, zu dokumentieren. Immer wieder stand im Vordergrund: „Gemeinsam packen wir´s, gemeinsam sind wir stark!“ Und so sollte auch nach „Wiedergeburt“ des Vereins im Jahre 1956 das 20jährige Jubiläum der Siedlergemeinschaft gebührend gefeiert werden. Das "Siedler-" oder "Blumenfest“ wurde erstmals veranstaltet.1956 hatten Stadtverwaltung und Verkehrsverein die Bevölkerung aufgerufen, Fenster und Vorgärten mit Blumen zu schmücken. Mit gutem Beispiel ging die Siedlergemeinschaft voran. Kurt Kranz und seine Mannschaft spornten die Mitglieder an, die Gärten und Häuser zu verschönern und führten erstmals einen Blumenschmuckwettbewerb durch. Dieser Wettbewerb war Auftakt zu einem alljährlich wiederkehrenden Fest, dem „Blumenfest im Musikantenviertel“.
Drei Tage feierte die Siedlergemeinschaft 1956 ihren 20. Geburtstag. Mit einem Festzug, der aus dem TSG-Spielmannszug, einem Landauer und zwei blumengeschmückten Rollen bestand, begann diese Jubiläumsfeier. In den folgenden Jahren hatte man die Gärten mit Lampions, Girlanden und Kerzen geschmückt. Einige Jahre wählten die Siedler eine Blumenprinzessin und errichteten sogar im Kreuzerweg ein großes Blumentor. Letztmals veranstaltete die Siedlergemeinschaft 1989 dieses Blumenfest, das mit der Zeit leider an Zuspruch der Gäste verlor.
Doch zurück in die 60er. Die Aktivitäten des Vereins wurden immer stärker, Geräte und Einrichtungen angeschafft und deshalb dringend ein Geräteraum benötigt. 1964 beschloss die Vorstandschaft, einen solchen mit Toilettenanlage auf vereinseigenem Gelände im Kreuzerweg zu errichten; dort wurde ab 1969 auch das neue Holzzelt gelagert. 1970 beteiligten sich die Siedler mit ihrem Zelt an der Leistungsschau auf dem Gelände der jetzigen Dekan-Ernst-Schule. Von 1971 bis 1981 bewirtete die Siedlergemeinschaft das große Festzelt auf dem Luitpoldplatz zum alljährlichen Unterhaardter Weinwettstreit. Täglich waren etwa 50 Personen im Einsatz. Von einem Teil des erwirtschafteten Geldes wurde der Grundstein zur Anschaffung eines neuen Festzeltes gesetzt.
1978 stellt ein besonderes Jahr dar. Für rund 70 000 Mark kaufte der Verein, mittlerweile ein unersetzbarer Kulturträger in Stadt und Land, unterstützt von der Stadt und einigen Privat- und Geschäftsleuten, ein neues Aluminium-Zelt mit einem Fassungsvermögen von 1 500 Plätzen. Nachdem kein Blumenfest mehr veranstaltet wurde, verkauften die Siedler Mitte der Neunziger-Jahre dieses Zelt an einen Zeltverleihbetrieb und retteten es so vor der völligen Verrottung (Lagerplatz).
Wandertage anfangs ein Knüller
Von 1979 bis 1995 veranstaltete die Siedlergemeinschaft alljährlich Volkswandertage, wollte dadurch das Blumenfest beleben. Diese Idee fand anfangs viel Beifall, so dass 1982 über den Deutschen Volkssportverband die Wandertage als internationaler Wettbewerb zugelassen wurden. Nachdem der zuständige Wanderverband die Regularien verschärfte und die Teilnehmerzahlen drastisch zurück gingen, wurden die Wandertage letztmals 1995 veranstaltet.
Fasnacht „Aushängeschild“
„Aushängeschild“ der Siedlergemeinschaft ist die weithin beliebte Siedlerfasnacht. Was im Laufe der Jahre geleistet wurde, ist beachtlich: Erstmals veranstaltete der Verein 1953 im damaligen Lokal „Zum Römer“ in der Hauptstraße (heute Fußgängerzone) eine Kappensitzung. 1955 folgte ein weiterer Kappenabend im Lokal Heilig im Westlichen Graben (heute „Kastanienbaum“, ehem. Maus). Erstmals eröffnete 1956 ein Elferrat den Kappenabend im Lokal Roggendorf (früheres Weinhaus Moser in der Fußgängerzone). Ab 1957 gingen die närrischen Abende im ehemaligen Gewerkschaftsjugendheim in der Otto-Fliesen-Straße (heute Gelände der Neuapostolischen Kirche) unter „Siedler-Bürgermeister“ Karl Hartmann und Elferratspräsident Willi Gehrmann über die Bühne. 1957 ist somit auch das offizielle Gründungsjahr der Siedlerfasnacht. Ab 1961 sorgten die Prunksitzungen in der ehemaligen Turnhalle in der Turnstraße für Heiterkeit. 1963 übergab Grünstadts damaliger Bürgermeister Karl Walter erstmals den "Stadtschlüssel" an Sitzungspräsident Willi Gehrmann. 1967 residierten erstmals die Siedler mit ihrem Prunksitzungsprogramm in der neuen Stadthalle. 1968 eröffnete der neue Elferratspräsident Werner Hien die Narrenkampagne. Bis 1987 steuerte er hervorragend das närrische Publikum auf dem „Narrenschiff“, wurde bei seiner „Amtsniederlegung“ zum Ehrenpräsidenten ernannt. Zum Nachfolger wurde Jürgen Dietrich gewählt, der viele Jahre als Bajazz und im Duo „Müd und Matt“ mit Gerd Zimmermann für Begeisterungsstürme sorgte. 1991 zollten die Siedlerfasnachter dem Golfkrieg Tribut, alle Prunksitzungen wurden abgesagt. Im gleichen Jahre stellte Jürgen Dietrich sein Amt zur Verfügung. Elferratspräsident wurde Gerhard Laubersheimer, der die Prunksitzungen bis 2001 leitete. Seit 2002 heißt der Elferratspräsident Gerd Walther, Gerhard Laubersheimer führt als Erster Vorsitzender und Nachfolger von Kurt Kranz seit 2001 die Siedlergemeinschaft.
Siedlerakteure im Fernsehen
Laune machten in den fünf Jahrzehnten närrischen Treibens, Publikumslieblinge, auf die sich die Narrenschar freute und auch heute noch freut. Stellvertretend seien genannt: August Bohn („Grünstadter Bubbes“), Willi Gehrmann und Erich Storck („Williche un´s Atsche“), Hans Eckstein und Ludwig Dauth („Dick und Dünn“, später „De Hannes un de Lui“), Werner Hien, Gerhard Fath und Dieter Raubach („Siedlerspatzen“), Karl Mayer und Jürgen Dietrich (Bajazze), Günter Dudenhöffer (seit einigen Jahren ist “Dudi“ alljährlich im Fernsehen zu erleben), August Nahstoll (trat unter anderem 2004 in der Fernsehsitzung „Hessen lacht zur Fassenacht“ auf) und die Showtanzgruppe vom Grünstadter Tanzstudio Claudia Dauth (ebenfalls bereits erfolgreiche Auftritte im Fernsehen). 2007 drehte das Südwestfernsehen einen einstündigen "Streifen" über das Leiningerland, in dem als Hauptakteure neben Günter Dudenhöffer auch die Siedlergesangsgruppe (zwei Lieder) zu sehen und zu hören waren.
Vorderpfälzer Prunksitzung mit Siedler-Akteuren
Auch bei der alljährlichen "Vorderpfälzer Prunksitzung" der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine, Bezirk Vorderpfalz, sind Akteure der Siedlergemeinschaft vertreten: so waren es 2010 neben Günter Dudenhöffer auch Andreas Ciara und die Showtanzgruppe des Grünstadter Tanzstudios Dauth. Zum Jubiläum "5 x 11 Jahre Siedlerfasnacht in Grünstadt" wurde diese Veranstaltung am 29. Januar 2012 übrigens den Siedlern zur Ausrichtung übertragen. Wegen Platzmangels bzw. Mangel an einer Austragungsstätte veranstalten die Siedler in Kooperation mit dem befreundeten Verein "Derkemer Grawler" diese Prunksitzung in der Salierhalle in Bad Dürkheim1998 Siedler-Theater gegründet
1998 wurde das Siedlertheater gegründet, 2002 gab sich die Abteilung den Namen „Babberlababb-Theater". Die Laienschauspieler haben sich der Pfälzer Mundart verschrieben; sie begeistern alljährlich viele Theaterfreunde mit ihren einzigartigen Stücken. In der Sommersaison finden die Vorstellungen in der historischen Zehntscheune im Grünstadter Ortsteil Sausenheim statt. "Wein, Weib und andere Katastrophen" heißt der Drei-Akter, den die Siedler-Schauspieler in der Sommersaison 2010 insgesamt neun Mal aufführten.
202 Mitglieder halten dem Verein die Treue
202 Mitglieder (Stand 1.9.2011) gehören derzeit zur Siedlergemeinschaft, die in der fasnachts- und theaterlosen Zeit auch gesellige Veranstaltungen für ihre passiven und aktiven Mitglieder anbietet.
Geschichte der Siedlerfasnacht in Grünstadt
Wann begann die Siedlerfasnacht in Grünstadt?
"Wurde die Siedlerfasnacht offiziell 1956, 1957, 1958 oder 1959 ins Leben gerufen?" Diese Frage wurde oftmals gestellt. Der vor einigen Jahren verstorbene Grünstadter Chronist Franz Schleyer schrieb zum 33. Jubiläum:
"Als der Elferrat der Siedlergemeinschaft traditionell am 11. November die Fasnachtskampagne 1990/91 eröffnete, war dies für die Männer und Frauen um Kurt Kranz ein besonders festliches Ereignis, erfreuten sie sich doch mit der Eröffnung der 33. Kampagne (drei x elf) einer in Faschingskreisen immer wieder hervorgehobenen Schnapszahl. Schon 33mal standen die Siedler und ihre Freunde in der Bütt, erfreuten die immer größer werdende Zahl der Besucher ihrer Veranstaltungen mit ihren Späßen, hielten die örtliche Prominenz, das Volk und sich selbst zum Narren."
1957 ist somit das offizielle Gründungsjahr
Mit Kappensitzungen fing es an
Unvergesslich die Kappenabende im damaligen Gewerkschaftsjugendheim in der Otto-Fliesen-Straße, als Willi Gehrmann zum Sitzungspräsident und Karl Hartmann zum Siedlerbürgermeister ernannt wurden, die erstmalige Fremdensitzung im "Ratskeller" zu Beginn der Sechziger-Jahre, danach der "Umzug" in die ehemalige Turnhalle in der Turnstraße und schließlich der in die neue Stadthalle 1967.
Unvergessliche "Siedlerspatzen"
Als Bajazz gab Karl Mayer sein Debüt, die "Siedlerspatzen" (Gerhard "Seppi" Fath, Dieter Raubach und Werner Hien, später kam Ludwig Dauth hinzu) begeisterten.
In 48 Jahren "nur" fünf Präsidenten
Nur fünf Präsidenten gab es seit 1957. Nach Willi Gehrmann übernahm 1968 Werner Hien das Präsidentenamt, das er bis 1987 ausübte (er wurde ein Jahr später "Ehren-Sitzungspräsident auf Lebzeiten"). Danach stand Jürgen Dietrich , unvergesslich seine langjährigen Auftritte als Bajazz mit Gerd Zimmermann als Duo "Müd & Matt" (1978 bis 1987), dem Elferrat als Präsident vor. Am 25. März 1991 wählten die Siedlerfasnachter einstimmig Gerhard Laubersheimer zum neuen Präsidenten und Richard Born zu dessem Vize. 2001 übernahm Gerd Walther das Präsidentenamt, da Laubersheimer zum Vorsitzenden des Gesamtvereins gewählt wurde. Seit dieser Zeit steuern Gerd Walther und Vize Richard Born erfolgreich das "Narrenschiff" durch die "Grünstadter See".
Siedlerballett gegründet
Anno dazumal gab es noch überwiegend Büttenreden. Später verpflichtete die SGG, bedingt durch die langjährige und heute noch bestehende enge Freundschaft zum Karnevalclub Lindenberg, dessen Ballett. Mittlerweile traute sich auch der "TV-Hebmich" (TSG-Turner) auf die Siedler-Bühne. Eine neue Ära begann mit dem ersten Auftritt des damaligen Siedlerballetts, 1980 gegründet. Die heutige Tanzstudio-Chefin Claudia Dauth gehörte seinerzeit mit ihrer Schwester Petra Asel zu den Tänzerinnen. Aus beruflichen Gründen fiel leider das Siedlerballett 1988 auseinander.
Showtanzgruppe bei "Hessen lacht zur Fassenacht"
Tanzstudio-Chefin Claudia Dauth gründete die Showtanzgruppe, alljährliches Aushängeschild der Siedlerfasnacht und sogar vom Hessischen Fernsehen für die Fernsehsitzung "Hessen lacht zur Fasenacht" verpflichtet. Mit ihrem „Clownstanz“ begeisterte die Truppe Millionen von Fernsehzuschauern. 2004 schaffte die Showtanzgruppe, mittlerweile von Ex-Showtänzerin und Tanzlehrerin Alexandra Braun trainiert und betreut, die Vorauswahl beim Hessischen Fernsehen. Showtanzgruppe, Jugendtanzgarde, "New Generation", Tanzmariechen und -paare des Tanzstudios Dauth sind heute aus dem Prunksitzungsprogramm der SGG nicht mehr wegzudenken.
Andere Vereine auf der Siedlerbühne
Es ist besonders erfreulich, dass nicht nur die „reinen“ Siedler, sondern auch andere Vereine mitwirken, so mittlerweile von der TSG Grünstadt die Zweitbundesliga- und Nachwuchsturner sowie die Blaskapelle, die "Alten-Herren" vom TuS Sausenheim, die Gesangsgruppe "Bachschisser" aus Albsheim, die "Althandballer" vom TV Asselheim und die "Sausrummer Hexen".
Siedlergruppe immer aktuell
Von der SGG selbst sei die Siedlergruppe genannt, die sich jedes Jahr ein anderes Thema vorgenommen hat. Nachfolgend einige Kostproben aus deren Repertoire: "Tiroler Buam und Madeln", "Studenten aus dem Blauen Tempel" (Leininger Gymnasium), "Modenschau", "Närrische Stadtratssitzung", "Trachtengruppe und Beatles", "Spanien-Touristen", "Turnvater-Jahn-Gruppe", "Olympia-Team", "Can-Can-Tänzerinnen", "Wilde Kosaken", "Weltenbummler", "Negerballett", "Feuerwehrstaffel", "Ballett aus dem Schwanensee", "Bayerische Trachtengruppe", „Schlossgeister“, „Zirkuskünstler“, "Olympioniken", "Gefangenenchor von Nabucco" und und und ........ Zur Siedlergesangsgruppe gehören heute: Gerd Walther, Richard Born, Rainer Hinkel, Jürgen Müller, Detlef Walther, Erwin Kleindienst, Günter Dudenhöffer, Paul Conrad, Andreas Ciara, Jörg Backmund (Gitarre), Bruno Walter, Wolfgang Schmidt (Bass), Kurt Kranz, Gerhard Laubersheimer, Matthias Rausch, Dr. Michael Kopietz, Albrecht Belger, August Nahstoll, Volker Hoffmann, Hans-Jürgen Berg, Matthias Müller, Heinz Schößler (Akkordeon, Gitarre, Mandoline und Mundharmonika), Steffen Rissel und Wolfgang Lenhart (Gitarre). Übrigens: Die Prunksitzungen 2012 werden die Gäste in die "Märchenwelt" (Siedlergesangsgruppe) versetzen.
Legendäre Duos
Als Duos erfreuten die Besucher "Dick und Dünn" und später "Hannes unn Lui" (Hans Eckstein und Ludwig Dauth), "Globes und Bebbes", später "S´ Williche unn s´ Addche" (Willi Gehrmann und Erich Storck) und, wie bereits genannt, "Müd & Matt" (Jürgen Dietrich und Gerd Zimmermann) sowie "Frau Plotz und Frau Wappler" (Christel Helwig und Christel Dinger) und Ute und Werner Kuntz.
Siedlerbüttenkanonen damals und heute
Einige der Siedler-„Büttenkanoniere" sind leider verstorben. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit werden nachstehend die Namen der damaligen "Einzelkämpfer in der Bütt" genannt: Karl Hartmann, Karlheinz Janson, Werner Ziegler ("De Karl aus Frankenthal"), Otto Fath, Marianne und Walter Stegemann, Helmut Rothenberger, Gernot Maus, Hans Waizenegger, Erich Himmler, Manfred Vogel, Anni und Gabi Micheli, Ludwig und Karl-Willi Dauth, Karl-Heinz und Ronald Ferino, Erich Storck, Rainer Hien, Karl Jöckle, Karlheinz Engler, Gerhard Laubersheimer, Christiane und Susanne Dietrich, Harald Dörr, Heiner Will, Gerd Walther, Leo Zimmermann, Rouven Schnurpfeil, Petra Spies, Ute Becker, Jürgen Dietrich und Peter Näser. Als Einzelredner respektive Solisten steigen gegenwärtig Günter Dudenhöffer, Paul Conrad, Andreas Ciara, Ute Platzer, Manuel Walther, Larissa Iriohn und August Nahstoll in die Bütt. "Dudi" Dudenhöffer hat bereits einige Fernsehauftritte (Hessisches Fernsehen, Südwestfunk) hinter und vor sich (2012 in den Fernsehsitzungen des Südwestfunks in Frankenthal und Friedrichshafen), "Guscht" Nahstoll war im Frühjahr 2004 im Hessischen Fernsehen zu sehen.
Unzählige Helfer vor und hinter den Kulissen
Nicht zu vergessen, allerdings ohne Anspruch auf Vollständigkeit, viele Helfer und Musiker damals und heute, viele leben nicht mehr: Stellvertretend für alle Hans Garst, Walter Ballmann, das Duo Garst/Fath, Manfred Walther, Chefdekorateur Johannes Waizenegger, die Hauskapelle "OT-HA-SE", Beleuchtungs-"Ingenieur" Hans Ballmann, Hermann Baust, Hans Spies, das Duo Wolfgang und Torsten Zorn, die damaligen Kapellen Cocktail-Combo und "Vier Akkords", die Jodlerin Lissi Lüttinger, Baldur Herzog, Erhard Würtz, Kameramann Karl-Georg Dauth, das erste Tanzmariechen Melanie Lauck, die Maskenbildnerinnen Ingrid Born, Vicky Hoffmann sowie Bea Schmidt, Vollblutmusiker Wolfgang Lenhart, Heinz Schößler, Wolfgang Schmidt und Jörg Backmund, Haus-Fotograf Fritz Kranz, Ton- und Lichtingenieure Jürgen Müller, Emil Kohl, Hans-Jürgen Berg, Michael Wilhelm, Werner Hilgert und Manuel Walther oder unser treues "Mädchen für Alles", der 84-jährige und noch immer rüstige Kurt Aigner und und und ........
Gesellschaft bürgerlichen Rechts mit Derkemer Grawler
Mit den Derkemer Grawler besteht seit 2010 wegen der gemeinsamen Ausrichtung der Vorderpfälzer Prunksitzung 2012 eine GbR .
Siedler bereiten Senioren Freude
In Kooperation mit dem DRK-Ortsverband Grünstadt veranstaltet die SGG seit Jahrzehnten Sonntagnachmittags eine drei- bis vierstündige Senioren-Prunksitzung, selbstverständlich kostenfrei. Zudem gibt die SGG alljährlich ein Gastspiel im hiesigen Alten- und Pflegeheim "Haus am Leininger Unterhof".
Mitglied in Vereinigung
Seit 1. Juli 2004 ist die Siedlergemeinschaft Grünstadt Mitglied der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine e.V.
Geschichte des Babberlababb-Theaters
Zweite Säule der Siedler ist das Babberlababb-Theater - 1998 gegründet
1998 wurde das „Babberlababb“-Theater gegründet, die zweite Säule der Siedlergemeinschaft.
Umgangssprachlich heißt es eigentlich „Papperlapapp“, bedeutet „Nein, gar nicht oder Unsinn“. Der Ausdruck wird in der Regel benutzt, um die Meinung, die Befürchtungen der Bedenken anderer wegzuwischen.
Als sich die Initiatoren und Verantwortlichen unter Abteilungsleiter Steffen Rissel 2002 für diesen Namen entschieden, „verpfälzischteten“ sie diesen Ausdruck nochmals in „Babberlababb“, so wie der „pfälzische Schnabel“ gewachsen ist, wie es „änn Pälzer halt sat“. Originell!
Aufführungen in historischer Scheune in Sausenheim
So haben sich die Theaterfreunde bei den Siedlern der Pfälzer Mundart verschrieben und damit große Erfolge bisher geerntet. Entscheidend hierfür waren nicht nur die schauspielerischen Qualitäten des Ensembles, sondern auch das wunderschöne Ambiente: die Vorstellungen finden seit 2006 nämlich in der historischen Zehntscheune im Grünstadter Ortsteil Sausenheim an der Protestantischen Kirche statt.
Viele Siedlernarren spielen Theater
Interessant: Bis auf wenige Ausnahmen gehören zur Theatergruppe viele Fasnachter, die in den Großen Prunksitzungen der Siedler auf der Bühne im Weinstraßencenter zu bewundern sind, was Kameradschaft und Solidaritätsgeist im Verein beweisen. Die Mitwirkenden des Theaters: Abteilungsleiter Steffen Rissel, Stellvertreter Richard Eitelmann, Hans-Jürgen Berg (Technik), Siglinde und Günter Dudenhöffer, Christel und Julia Helwig, Emil Kohl (Technik), Elke Mian (Souffleuse), Jürgen Müller (Technik), Matthias Müller, Sabine Rissel, Beatrix und Wolfgang Schmidt, Christa Schuff, Petra Spies, Gerd Walther, Manuel Walther (Technik) und Michael Wilhelm (Technik).
Das Babberlababb-Theater hatte in den Anfangsjahren Gastspiele in Bobenheim am Berg (Schulturnhalle), Biedesheim (Dorfgemeinschaftshaus), Rüssingen (Mehrzweckhalle) und in Kindenheim (Mehrzweckhalle).
Die bisherigen Aufführungen des Babberlababb-Theaters
|
1998 |
Trau keinem Opa |
Turnhalle in Grünstadt-Asselheim |
|
1999 |
Theater auf der Küchenbank |
Turnhalle in Grünstadt-Asselheim |
|
2000 |
Bommels verrückte Heimkehr |
Weinstraßencenter in Grünstadt |
|
2001 |
Tommys tolle Tanten |
Weinstraßencenter in Grünstadt |
|
2002 |
Nestflucht in´s Chaos |
Scheune des Weingutes Kolb in Kirchheim |
|
2003 |
Mit Küchenbenutzung |
Scheune des Weingutes Kolb in Kirchheim |
|
2004 |
Max oder Maxi |
Scheune des Weingutes Kolb in Kirchheim |
|
2005 |
Der Wahlk(r)ampf |
Scheune des Weingutes Kolb in Kirchheim |
|
2006 |
Hannes ist der Beste |
Zehntscheune in Grünstadt-Sausenheim |
|
2007 |
Weiberwirtschaft |
Zehntscheune in Grünstadt-Sausenheim |
|
|
Trage oder Bahre (CRIMINALE 2007) |
Weinstraßencenter (Autorin: Anna Rissel) |
|
2008 |
Ähner spinnt immer |
Zehntscheune in Grünstadt-Sausenheim |
|
2009 |
Viele Grüße aus Mallorca |
Zehntscheune in Grünstadt-Sausenheim |
|
2010 |
Wein, Weib und andere Katastrophen |
Zehntscheune in Grünstadt-Sausenheim |
|
2011 |
Urlaub auf dem Bauernhof |
Zehntscheune in Grünstadt-Sausenheim |