FASNACHTSABTEILUNG
Abteilungsleiter:
Gerd Walther (Elferratspräsident), Trifelsstraße 22, 67269 Grünstadt, Tel. 06359/960320, e-Mail: gewalther@t-online.de
Stellvertreter:
Richard Born, (Vizepräsident), Mozartstraße 6a, 67269 Grünstadt, Tel. 06359/860170, e-Mail: familie-born@t-online.de
- Geschichte der Fasnachtsabteilung siehe Vereinshistorie -
Die Abteilungsvorstandschaft (gewählt bis 2013)
Fasnachtsabteilungsleiter und Elferratspräsident: Gerd Walther; Stellvertreter und Vizepräsident: Richard Born; Mitglieder des Fasnachtsausschusses: Gerd Walther (Vorsitzender), Richard Born (Stellvertreter), Günter Dudenhöffer, Rainer Hinkel, Jürgen Müller und Detlef Walther; Mitglieder der Dichterlesungskommission: Gerd Walther (Vorsitzender), Richard Born (Stellvertreter), Rainer Hinkel, Volker Hoffmann und Detlef Walther
RHEINPFALZ vom 6.2.2012 über die
Premieren-Prunksitzung
Wenn der böse Wolf im Golf vorfährt...
GRÜNSTADT: Siedlergemeinschaft lädt zu Prunksitzung auf höchstem Niveau - Perfekt einstudierte und intelligente Show
Von Anja Benndorf
Ein grandioses (Märchen-)Spektakel bot die Siedlergemeinschaft Grünstadt (SGG) am Samstagabend im voll besetzten Weinstraßencenter. Jede Minute der stramm durchorganisierten Fünf-Stunden-Prunksitzung war erfüllt mit farbenfrohen, perfekt einstudierten Tänzen und Gesängen beziehungsweise intelligenten und gut vorgetragenen Büttenreden. Ein Augen- und Ohrenschmaus auf höchstem Niveau.
Selbst die rund 30 Musiker der TSG-Blaskapelle, die unter Leitung von Stefan Glöckner traditionell den Auftakt übernahmen, hatten ihre Uniformen passend zum Motto „Ein Märchen ist wahr - 5 Mal 11 Jahre Siedler-Narrenschar” mit fantasievollen Gewändern getauscht. Fantasie muss man auch in manchem piekfeinen Restaurant haben, um sich vorgaukeln zu können, dass die „Flecken auf dem Teller” satt machen, wie vom „Halbverhungerten” (Günter Dudenhöffer) zu erfahren war. Mit seiner sich überschlagenden, Mitleid erregenden Stimme berichtete er, dass er schließlich vor lauter Hunger das zum Dessert gereichte Zettelchen aufgegessen habe. Der 62-Jährige, aus Funk und Fernsehen bekannte Wortakrobat, der pro Kampagne rund 60 Auftritte zu bewältigen hat, kam in Grünstadt natürlich nicht ohne Zugabe von der Bühne.
Auch von Paul Conrad, dem „Matzeberger”, hätte man gern noch mehr gehört. Staubtrocken und geistreich blickte der Carlsberger auf wesentliche Ereignisse des vergangenen Jahres zurück. Dabei bekamen Politiker jedweder Couleur seine bissige Kritik zu spüren und Ratschläge nach dem einleitenden „Also - ich tät sage”. „Früher haben Sie Aktien gezeichnet, heute sind Sie von Aktien gezeichnet”, stieg der todernst dreinblickende Clown mitten hinein in die Finanzkrise, die er global, national und regional beleuchtete. Letztendlich sei die Frage: Wie kriegen wir so viele Schulden zusammen, dass uns mal die anderen retten?
Leichtere Kost hatte Manuel Walther als „Märchen-Oma” im Gepäck - nur nicht für das Riesenbaby (Vito Cunsolo), das er schließlich mit Grappa zur Ruhe bringen wollte. Mit Dutt, Brille, braunem Rock, Gehstock und Piepsstimme hatte sich der 24-Jährige überzeugend in eine alte Dame verwandelt, als die er sein Jubiläum „11 Jahre in der Siedlerbütt” feierte. Auch das Wickeln hatte das Großmütterchen drauf: „Es is kee Wunner - das Ärschle hoch, die Windel drunner”, erklärte sie und demonstrierte zur Gaudi der Zuschauer resolut-unsanft, wie man das macht.
„Ich hab' mich 1000 Mal gewogen und war 1000 Mal entsetzt, die Pfunde kam' geflogen und ham sich an mir festgesetzt!”, klagte August Nahstoll, auf seinen Bauch klopfend, dass er „Mitglied im Club Ü 100” sei. Schließlich kam das 61-jährige Bütten-Ass, das von Karnevalclubs im Leiningerland regelmäßig verpflichtet wird, aber schließlich zu der Erkenntnis, dass das „Modell Bohnenstange” auch keine Augenweide sei und er besser so bleibe wie er ist.
Am laufenden Band Witze gab der Fahrschul-Inhaber Andreas Ciara in seiner unnachahmlich komischen Art zum Besten. Als der „Ritter ohne Furcht und Adel” ins Rampenlicht trat, war es im Saal mucksmäuschenstill. Niemand wollte die Pointen verpassen, die die Quasselstrippe nach endlosen Vorgeschichten so unvermittelt ins Publikum schleuderte. Einen pinkfarbenen magischen Nebel blies Larissa Iriohn den Zuschauern entgegen. Die 25-Jährige zog als „Zauberfee” ebenso über Alice Schwarzer wie über den „ersten Schwarzen” im Grünstadter Rathaus her.
In einen modernen Märchenwald entführte die Siedlergesanggruppe, die dafür vier Monate lang geprobt hatte. König Drosselbart (Sitzungspräsident Gerd Walther) bat den Erzähler Grimm (Jürgen Müller), die Märchen in die heutige Zeit zu übertragen, um mehr Leute für die alten Geschichten zu begeistern. So kam der böse Wolf im Golf vorgefahren, Schneeweißchen und Rosenrot sorgten für einen „Skandal im Sperrbezirk” des Waldes, Hänsel und Gretel stießen zu „Griechischer Wein” mit einer Saus'rumer Hexe an.
„Die Brados” erhoben das Glas auf die Pfälzer Frauen. Das Trio hatte unter anderem ein geschickt gestricktes Potpourri aus lauter Mädchennamen im Gepäck und ein mitreißendes Rock'n'Roll-Medley. Doch ohne ihr selbst geschriebenes Kult-Lied „Wenn de Bibbes un de Bobbes uff de Worschtmarkt fahr'n” kamen sie nicht von der Bühne. Ausschließlich Eigenkompositionen präsentierten die „Pälzer”, eine erst 2011 gegründete Gesanggruppe aus „waschechten Siedlern”. Bei der Prunksitzung hatten sie ihr Debüt. Ihren Abschied feierten dagegen die „Bachschisser” mit ihrem Auftritt als Matrosen und Helga von Helgoland, samt Plüsch-Seehund. 30 Jahre hatten sie auf der Narrenbühne rund 300 Mal für Stimmung gesorgt, mit Liedern zum Schunkeln und Mitsingen wie ihre „Runkelrübenrobbmaschin'”, die auch am Samstag nicht fehlen durfte.
Begeisterungsstürme lösten die TSG-Bundesliga-Kunstturner aus mit ihrer akrobatischen Vorführung rund um den „Glöckner von Notre Dame” (Trainer Alexander Pogoreltsev). Abgerundet wurde das bunte Programm wie immer von hervorragenden Tanzdarbietungen verschiedener Gruppen, allen voran aus dem Tanzstudio von Claudia Dauth. Die schaurig-schönen Saus'rumer Hexen waren ebenso dabei wie die putzige Ranzengarde des TuS Sausenheim, das Tanzpaar Katrin Brandenburg und Felipe Feja „...and friends”, Tanzmariechen Apinyer Frank sowie die SGG-Kindertanzgarde.